Prämostratenser Klostergründung von Herzog Welf VI,
1147 vor seinem Aufbruch zum 2. Kreuzzug. Weihe 1176.
Weiterer Ausbau 2.Hälfte 15. Jahrhundert.
Stuckarbeiten 1660-70. Das Innere im
Barockgewand vermittelt dennoch den Charakter einer
altbayrischen Pfeilerbasilika ohne Querschiff und ohne
Krypta.
In nächster Nachbarschaft zu Füssen lag das heute noch mit
seinem Kirchenbau beeindruckende Prämonstratenserkloster
Steingaden. Der Vogt der beider Klöster war in der zweiten
Hälfte des 12. Jh. Welf VI. Allerdings wurde Steingaden von
diesem als sein Eigenkloster, in dem er später auch begraben
wurde, wesentlich stärker bevorzugt. St. Mang stand zu sehr
unter der Hut der Bischöfe von Augsburg, so dass es z.B.
keine kaiserliche Betätigung im 12. Jh. erwirken konnte, wie
das für Steingaden geschah.
Dem Steingadener Nekrolog der Kirchengeschichte verdankt
Füssens St. Mang die Kenntnis der frühen Füssener Abtsliste
und damit der unmittelbaren Nachfolger des Klostergründers Sankt
Magnus. Diese Nekrolog-Aufzeichnungen können erst nach 1147 nach
Steingaden gelangt sein.
Zu Steingaden bestanden enge Berührungspunkte Füssens,
die manchmal sich auch zu Rechtsstreitigkeiten auswuchsen,
besonders um die Pfarrechte in Trauchgau (1313). Für ein
Steingadener Klostergut in Horn wird 1189 Bergrecht zum Erzabbau
erwähnt.
Ein Besuch Steingadens an der Romantischen Straße
lohnt sich wieder einmal. Den versteckt liegenden Kreuzgang nicht
übersehen ! Der abgebildete
Brunnen ist 10m rechts vom Haupteingang
außen an der Mauer zu finden.