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aus der "Allgäuer Zeitung", 10.Oktober,
1997 (gekürzt)
ist der Feiertag der Schwangauer, wenn die Gemeinde am 12.
Oktober dem Patron der Wallfahrtskirche St.
Coloman gedenkt. Wie vor Jahrhunderten gehen hier ein
kirchliches Fest, der Namenstag des irischen Heiligen
Coloman am 13.10., und ein weltliches Vergnügen eine
glückliche Verbindung ein.
Die bekannte Barockkirche im freien
Feld vor dem Dorf war seit dem 15. Jahrhundert Ziel
großer Wallfahrten. Coloman, der auf einer Pilgerreise
von seiner irischen Heimat nach Jerusalem der Sage nach
im Schwanengau gerastet, gepredigt und auch das Vieh
gehütet haben soll, wurde und wird auch heute noch von
gläubigen Katholiken bei Krankheiten von Mensch und Tier
angerufen, ferner bei Hochwasser und Wolkenbruch.
Zwischen 1350 und 1400 -so mutmaßt
man - wurde die erste Kapelle errichtet. Am 8. August
1495 ist eine Altarweihe bezeugt, wobei nicht klar ist,
ob die Kapelle dazu neu errichtet oder nur vergrößert
worden ist. Daß die Wallfahrt zur Colomanskirche stetig
an Bedeutung gewann, belegt ein weltliche Dokument:
Kaiser Karl V. stellte 1552 für das Schwangauer
Colomansfest einen eigenen Marktrechtsbrief aus. So
konnten die Pilger Ihre Wallfahrt mit weiteren wichtigen
Ereignissen verbinden.
Die Märkte bescherten nicht nur
willkommene Unterbrechung des harten und eintönigen
(Arbeits-)Lebens, sondern boten die seltene Gelegenheit
Waren und Dienstleistungen zu erwerben. Heimische
Handwerksmeister setzten die Pläne einer Vergrößerung
durch den Stukkateur Johann Schmutzer um. Die dann 1685
geweihte Colomanskirche war das erste große Werk des
Baumeisters und Künstlers, der vor allem als
Klosterbaumeister von Wessobrunn große Berühmtheit
erlangte.
Sein Werk steht gemeinsam mit
St.Coloman am Sonntag, 12. Oktober, im Mittelptunkt, wenn
über 200 Reiter auf prächtig aufgeputzten
Pferden tausende Schwangauer und Gäste gegen 9 Uhr vom
Rathaus zur Wallfahrtskirche hinausziehen. um dort um 10
Uhr das Meßopfer zu feiern. Im Anschluß an den
Gottesdienst umrunden die Reiter nach altem Brauch
dreimal das Gotteshaus und werden dabei gesegnet bevor
man wie in alten Zeiten das Fest dann rund um die
Colomanskirche fröhlich ausklingen läßt.
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